Die Sonne für Kinder erklärt: Was macht die Sonne und warum ist sie so wichtig?

Was macht die Sonne den ganzen Tag, und warum brauchen wir sie? Kindgerecht erklärt mit Mitmach-Experimenten: Tag und Nacht, dein Schatten im Lauf des Tages, das Lichtrennen zur Erde, wie groß die Sonne ist und warum es Sommer und Winter gibt.

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Was macht die Sonne – und warum brauchen wir sie?

Die Sonne ist ein Stern

Die Sonne ist eine riesige, glühend heiße Kugel aus Gas. In ihrem Inneren ist es rund 15 Millionen Grad heiß. Dort verschmelzen winzige Wasserstoff-Teilchen zu Helium – das nennt man Kernfusion. Dabei wird so viel Energie frei, dass die Sonne schon seit 4,6 Milliarden Jahren leuchtet.

Keine Sorge, sie hat noch genug Vorrat: Die Sonne wird noch ungefähr 5 Milliarden Jahre lang leuchten. Alle anderen Sterne am Himmel sind übrigens auch Sonnen, nur viel weiter weg.

Die Sonne hat viele Jobs

Licht: Die Sonne ist unsere Lampe. Ohne sie wäre es auf der Erde immer stockdunkel, und auch der Mond könnte nicht leuchten.

Wärme: Sie heizt die Erde. Ohne die Sonne wäre unser Planet ein riesiger Eisball, viel kälter als jeder Gefrierschrank.

Essen: Pflanzen machen aus Sonnenlicht, Wasser und Luft ihre Nahrung. Alles, was wir essen – Brot, Äpfel und sogar der Käse von der Kuh, die Gras gefressen hat – gäbe es ohne Sonne nicht.

Luft zum Atmen: Beim Wachsen geben Pflanzen Sauerstoff ab. Den atmest du gerade ein – danke, Sonne, und danke, Pflanzen!

Wetter und Regen: Die Sonne lässt Wasser aus Meeren und Seen verdunsten. Daraus werden Wolken, Regen und Schnee. Und Wind entsteht, weil sie die Luft an manchen Stellen stärker erwärmt als an anderen.

Tag und Nacht: Weil sich die Erde dreht, zeigt mal unsere Seite zur Sonne und es ist Tag, mal die andere Seite und bei uns ist Nacht.

Jahreszeiten: Weil die Erdachse schief steht, bekommen wir im Sommer mehr und im Winter weniger Sonnenlicht ab.

Energie: Solarzellen machen aus Sonnenlicht Strom. Sogar Kohle und Erdöl sind gespeicherte Sonnenenergie von Pflanzen, die vor Millionen Jahren gewachsen sind.

Gesundheit: Wenn Sonnenlicht auf die Haut fällt, bildet dein Körper Vitamin D – das brauchen deine Knochen. Aber zu viel Sonne gibt Sonnenbrand, also Sonnencreme nicht vergessen!

Die Sonne wandert gar nicht um uns herum – es ist die Erde, die sich dreht, einmal in 24 Stunden. Die Seite, die zur Sonne zeigt, hat Tag, die andere Nacht. Dreh die Erde und schau, wann es bei dir hell und wann dunkel ist.

Morgen: Deine Seite der Erde dreht sich gerade ins Licht – die Sonne geht auf.

Abend: Deine Seite dreht sich gerade in den Schatten – die Sonne geht unter.

Nacht: Du bist auf der Schattenseite. Auf der anderen Seite der Erde ist jetzt Tag.

Wusstest du? Am Äquator dreht sich die Erde mit rund 1.670 km/h. Du merkst es nur nicht, weil sich alles um dich herum mitdreht – die Luft, die Häuser und du selbst.

Steht die Sonne hoch am Himmel, ist dein Schatten kurz. Steht sie tief, wird er lang wie der eines Riesen. Schieb die Uhrzeit und sieh, wie dein Schatten heute wächst und schrumpft.

Die Sonne ist untergegangen – jetzt hast du keinen Sonnenschatten.

Die Schatten-Regel

Ist dein Schatten kürzer als du, steht die Sonne hoch und ist besonders kräftig. Dann heißt es: Sonnencreme, Mütze und ab in den Schatten!

Das Licht ist das Schnellste im ganzen Universum: 300.000 Kilometer pro Sekunde. In einer einzigen Sekunde könnte es siebeneinhalbmal um die Erde sausen. Trotzdem braucht es von der Sonne bis zu uns über 8 Minuten. Wer gewinnt das Rennen zur Erde?

Stell dir vor, das Licht fliegt genau jetzt von der Sonne los. So lange dauert es, bis es bei dir ankommt:

Angekommen! Die Sonne, die du siehst, ist also immer schon gut 8 Minuten alt.

Als das Licht ankommt, sind die anderen erst so weit gekommen:

Gerechnet für die mittlere Entfernung von 149,6 Millionen Kilometern, ohne Pause und ohne Tanken: Raumsonde 690.000 km/h, Rakete 40.000 km/h, Flugzeug 900 km/h, Auto 100 km/h, Fahrrad 15 km/h, Schnecke 50 Meter pro Stunde.

Die Sonne ist so riesig, dass 109 Erden nebeneinander quer über sie passen. In sie hinein würden sogar rund 1,3 Millionen Erden passen. Zieh den Regler und leg Erden über die Sonne.

Wenn die Sonne ein Fußball wäre

Wäre die Sonne so groß wie ein Fußball, dann wäre die Erde nur ein Stecknadelkopf, der 24 Meter entfernt liegt. Der Mond wäre ein Sandkorn, sechs Zentimeter neben der Erde.

Ein toller Zufall

Die Sonne ist etwa 400-mal breiter als der Mond, aber auch etwa 400-mal weiter weg. Deshalb sehen beide am Himmel fast gleich groß aus – und nur deshalb kann der Mond bei einer Sonnenfinsternis die Sonne genau verdecken.

Die Erdachse ist ein bisschen schief, um 23,4 Grad. Auf ihrer Reise um die Sonne neigt sich deshalb mal die Nordhalbkugel zur Sonne und mal die Südhalbkugel. Wer sich zur Sonne neigt, hat Sommer: Die Sonne steht höher, scheint länger und wärmt kräftiger.

Übrigens: Anfang Januar ist die Erde der Sonne am nächsten! Die Entfernung macht die Jahreszeiten also nicht – die Schieflage ist schuld.

Wichtig: Nie direkt in die Sonne schauen!

Die Sonne ist so hell, dass sie deine Augen für immer verletzen kann – auch mit Sonnenbrille und erst recht mit Fernglas oder Teleskop. Für Sonnenfinsternisse gibt es spezielle Finsternis-Brillen.

Sonne gucken mit dem Lochkamera-Trick

Stich mit einer Nadel ein kleines Loch in ein Stück Karton. Stell dich mit dem Rücken zur Sonne und halte den Karton so, dass das Licht durch das Loch auf ein weißes Blatt fällt. Dort erscheint ein kleines Bild der Sonne. Bei einer Sonnenfinsternis siehst du so sogar die angeknabberte Sonne!

Was wäre, wenn die Sonne ausginge?

Keine Sorge, das passiert nicht! Aber als Gedankenspiel: Wir würden es erst nach gut 8 Minuten merken, weil das letzte Licht noch unterwegs wäre. Dann würde es dunkel, und kurz darauf wäre auch der Mond verschwunden – er leuchtet ja nur mit geliehenem Sonnenlicht.

Fragen zur Sonne

Wie heiß ist die Sonne? An ihrer Oberfläche ist sie rund 5.500 Grad heiß, in ihrem Inneren etwa 15 Millionen Grad. Zum Vergleich: Ein Backofen schafft ungefähr 250 Grad.

Wie weit ist die Sonne weg? Im Durchschnitt 149,6 Millionen Kilometer. Anfang Januar ist sie mit rund 147 Millionen Kilometern etwas näher, Anfang Juli mit 152 Millionen etwas weiter weg.

Warum ist die Sonne rund? Die Schwerkraft zieht das ganze Gas gleichmäßig zur Mitte hin. So entsteht eine Kugel – deshalb sind auch die Erde und die anderen Planeten rund.

Warum ist die Sonne morgens und abends rot? Steht sie tief, muss ihr Licht einen langen Weg durch die Luft nehmen. Unterwegs wird das blaue Licht zur Seite gestreut, übrig bleiben Gelb, Orange und Rot.

Geht die Sonne irgendwann aus? In etwa 5 Milliarden Jahren wird sie sich zu einem Roten Riesen aufblähen und danach als kleiner Weißer Zwerg langsam abkühlen. Bis dahin ist noch unvorstellbar viel Zeit.

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