Mondphasen für Kinder erklärt: Warum sieht der Mond jeden Abend anders aus?
Warum ist der Mond mal rund, mal eine Sichel und manchmal ganz weg? Im Mond-Labor schieben Kinder den Mond selbst um die Erde und sehen, wie die Mondphasen entstehen. Mit Merktricks, Experiment mit Lampe und Apfel und Mond-Keksen.
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Auf der Südhalbkugel steht der Mond auf dem Kopf: Der zunehmende Mond ist dort links hell.
Neumond: Der Mond steht zwischen Sonne und Erde. Seine beleuchtete Seite zeigt von uns weg, deshalb sehen wir ihn fast gar nicht – und er ist sowieso nur tagsüber am Himmel, zusammen mit der Sonne.
Zunehmende Sichel: Ein schmaler Streifen der hellen Seite schaut zu uns herüber. Du siehst die Sichel am frühen Abend tief im Westen, kurz nach Sonnenuntergang.
Erstes Viertel: Wir schauen von der Seite auf den Mond und sehen genau die Hälfte seiner hellen Seite. Am Abend steht der Halbmond hoch am Himmel.
Zunehmender Mond: Jeden Tag sehen wir mehr von der beleuchteten Seite. Er geht schon am Nachmittag auf und leuchtet bis tief in die Nacht.
Vollmond: Jetzt steht die Erde zwischen Sonne und Mond, und die ganze helle Seite schaut zu uns. Der Vollmond geht auf, wenn die Sonne untergeht, und leuchtet die ganze Nacht.
Abnehmender Mond: Die helle Seite dreht sich langsam wieder von uns weg. Er geht erst spät am Abend auf, und Frühaufsteher sehen ihn morgens noch am Himmel.
Letztes Viertel: Wieder sehen wir den Mond von der Seite, diesmal ist die andere Hälfte hell. Er geht um Mitternacht auf und steht am Morgen hoch am Himmel.
Abnehmende Sichel: Nur noch ein dünner Rest ist übrig. Du siehst ihn ganz früh am Morgen im Osten, kurz vor Sonnenaufgang – dann beginnt alles von vorn.
Der Mond leuchtet gar nicht selbst
Der Mond ist eine riesige Kugel aus Gestein. Er leuchtet nicht wie eine Lampe, sondern wird von der Sonne angestrahlt – immer genau zur Hälfte, so wie die Erde. Auf seiner einen Hälfte ist gerade Tag, auf der anderen Nacht.
Während der Mond in knapp einem Monat um die Erde kreist, schauen wir jeden Abend aus einer etwas anderen Richtung auf ihn. Mal sehen wir viel von seiner hellen Tag-Seite, mal wenig und mal nur die dunkle Nacht-Seite. So entstehen die Mondphasen: vom Neumond über den Vollmond und wieder zurück in 29,5 Tagen.
Ein häufiger Irrtum
Die Mondphasen entstehen nicht durch den Schatten der Erde! Der Erdschatten fällt nur bei einer Mondfinsternis auf den Mond. Das passiert nur ein paar Mal im Jahr und immer bei Vollmond – dann färbt sich der Mond oft kupferrot.
Der Mond dreht sich auch um sich selbst – aber genauso schnell, wie er um die Erde kreist: einmal in gut 27 Tagen. Deshalb zeigt er uns immer dasselbe Gesicht, und seine Rückseite hat von der Erde aus noch nie jemand gesehen. Schalte die Drehung aus und schau, was sonst passieren würde.
Der markierte Krater zeigt immer zur Erde – wir sehen immer dieselbe Seite.
Ohne eigene Drehung würden wir nach und nach alle Seiten des Mondes sehen.
Dunkel ist die Rückseite übrigens nicht: Bei Neumond ist dort heller Tag.
Merktricks: Nimmt der Mond zu oder ab?
Die Faustregel für die Nordhalbkugel: Ist die rechte Seite hell, wird der Mond dicker – er nimmt zu. Ist die linke Seite hell, wird er dünner – er nimmt ab.
Der a-Trick: Sieht die Sichel aus wie der runde Bauch eines geschriebenen kleinen a, dann ist der Mond abnehmend.
Der Uhrzeit-Trick: Siehst du den Mond am Abend, nimmt er meistens zu. Siehst du ihn früh am Morgen, nimmt er meistens ab.
Warum sieht man den Mond manchmal am Tag?
Der Mond ist nicht nur nachts am Himmel! Er geht jeden Tag im Schnitt etwa 50 Minuten später auf als am Vortag und steht deshalb oft auch tagsüber am Himmel, besonders um das erste und das letzte Viertel. Er ist hell genug, um sich gegen den blauen Himmel durchzusetzen.
Auf der anderen Seite der Erde steht er Kopf
In Australien, Südafrika oder Argentinien sieht man den Mond andersherum: Der zunehmende Mond ist dort links beleuchtet, und das Mondgesicht steht auf dem Kopf. Stell im Mond-Labor die Südhalbkugel ein und vergleiche.
Experiment: Mondphasen mit Lampe und Apfel
Mach den Raum dunkel und stell eine Lampe ohne Schirm auf den Tisch: Das ist die Sonne.
Steck einen Apfel oder eine Styroporkugel auf einen Bleistift: Das ist der Mond. Dein Kopf ist die Erde.
Halte den Mond mit ausgestrecktem Arm etwas über deinen Kopf und dreh dich langsam einmal im Kreis.
Schau dabei immer auf den Apfel: Du siehst Neumond, Sichel, Halbmond und Vollmond – genau wie am Himmel!
Mondphasen zum Naschen
Dreh Doppelkekse mit weißer Creme auseinander und kratz die Creme mit einem Löffel so weg, dass alle acht Mondphasen entstehen – vom Neumond ganz ohne Creme bis zum Vollmond mit voller Creme. Wer legt sie in der richtigen Reihenfolge? Danach darf der ganze Mondzyklus aufgegessen werden.
Das Mond-Tagebuch
Mal einen Monat lang jeden Abend auf, wie der Mond aussieht, und schreib Datum und Uhrzeit dazu. Ist er mal nicht zu sehen, notiere das auch. Nach vier Wochen hast du den ganzen Mondzyklus selbst beobachtet – wie eine echte Astronomin oder ein echter Astronom.
Fragen zum Mond
Wie lange dauert ein ganzer Mondzyklus? Von einem Neumond zum nächsten vergehen im Durchschnitt 29,5 Tage. Davon kommt auch unser Wort Monat – es ist mit dem Wort Mond verwandt.
Wie weit ist der Mond weg? Im Durchschnitt rund 384.400 Kilometer. Ein Auto mit 100 km/h bräuchte ohne Pause etwa 160 Tage bis dorthin, eine Rakete nur drei Tage.
Wie groß ist der Mond? Er ist 3.474 Kilometer breit, also etwa ein Viertel so breit wie die Erde. Rund 50 Monde würden in die Erde hineinpassen.
Gibt es auf dem Mond Luft? Nein, fast keine. Deshalb brauchen Astronauten Raumanzüge, der Himmel ist dort auch am Tag schwarz, und man hört keine Geräusche – nicht einmal die eigenen Schritte.
Ist der Mond aus Käse? Nein, auch wenn die Idee sehr alt und lustig ist. Die dunklen Flecken sind riesige Ebenen aus erstarrter Lava, die Löcher sind Krater von Einschlägen. Sie erinnern an Löcherkäse, schmecken aber ganz sicher nicht so.